Metal Gear Solid 5 – The Phantom Pain (PC/PS3/PS4/Xbox 360/Xbox One)

An den als letzter Teil der berühmten Metal Gear Serie gehandelten Ableger mit dem Untertitel The Phantom Pain werden hohe Erwartungen gestellt, schließlich soll er den Missing Link in der Story darstellen, auf den viele Spieler lange gewartet haben. Vor dem eigentlichen Test hier noch einmal ein paar Hintergrundinfos:

Hinter Metal Gear Solid steht das Genie Hideo Kojima (Kojima Productions), nur hat sich dieser vor Fertigstellung von MGS 5 von Konami getrennt. Fans befürchten nun, dass sich das Fehlen von Kojima auf die Qualität des Endprodukts auswirkt. Wie sich das Game nun spielt, welches am 1. September dieses Jahres veröffentlicht wurde, lest ihr weiter unten.

Was erwarten wir uns?

Metal Gear Solid ist für seine verworrene Story bekannt, in der es regelmäßig Lücken gibt und man sich ab und an zusammenreimen muss, was sich wie ergeben hat. Phantom Pain soll diese Lücken füllen und noch dazu so viele Möglichkeiten wie noch nie bieten, Gegner auszutricksen und seinen persönlichen Spielstil zu entwickeln.

Grundsätzlich ist Metal Gear Solid ein Stealth Shooter, sprich man versucht nicht mit roher Gewalt einen Stützpunkt zu erobern, sondern legt sich eine Taktik zurecht, um sich möglichst unauffällig auf feindlichem Terrain zu bewegen. Dazu stehen einem natürlich zahllose Hilfsmittel zur Verfügung: verschiedene Tarnanzüge, leere Magazine als Wurfgeschosse, Pappkartons, unter denen man sich verstecken kann, usw. Sollte man doch einmal entdeckt werden gibt es zahllose Waffen, um heil wieder rauszukommen. Zur Ausrüstung kommen auch noch andere Faktoren, die Einfluss auf den Erfolg einer Mission haben: Wetterverhältnisse (Tag/Nacht, Regen/Sonne) die es leichter oder eben schwerer machen, eine Mission zu erfüllen.

Unsere Erwartungen dahingehend liegen eigentlich auf der Hand: Man sollte mehr als einen Weg haben, ein Missionsziel zu erfüllen und auch entsprechende Variabilität bei der Auswahl seiner Ausrüstung haben. Gegner sollten sich auch an die Strategie des Spielers anpassen und auf den individuellen Spielstil reagieren. Weniger interessant wäre es, immer mit der gleichen Strategie Erfolg zu haben, da es ja meist darum geht eine Basis zu infiltrieren. Hätte man hier mit derselben Strategie Erfolg, würde das Spiel schnell langweilig werden, da es ja keinen Anreiz gibt, seine Taktik zu ändern.

 

 

Angezockt

Prolog

Der Prolog war … lang. Die gesamte Einführung ist eine interessante Mischung aus einer Cutscene und der Interaktion des Spielers. Sie zeigt wie Big Boss aus seinem 9-jährigem Koma erwacht und lehrt dem Spieler die ersten Schritte in diesem Spiel. Das ist ziemlich wörtlich zu verstehen, denn am Anfang tut sich Boss alias Venom Snake noch etwas schwer von der Stelle zu kommen. Im Verlauf der Mission muss man sich auch einen Avatar erstellen, der vermutlich im Online-Modus, der am 06. Oktober 2015 erscheint, verwendet wird.

Das Krankenhaus auf Zypern, in dem Snake erwacht wird angegriffen und das Ziel der ersten Mission ist es mit der Hilfe eines Mitpatienten namens Ishmael aus dem Krankenhaus zu fliehen. Dabei lernt der Spieler den Charakter zu bewegen, zu sprinten, zu schießen und generell, sich in der Welt von Metal Gear Solid 5 – The Phantom Pain zu bewegen.

Die ersten Aufträge

Direkt an die erste Mission knüpft auch schon die zweite an: wir müssen Miller retten. Kazuhira Miller ist schon aus den vorherigen Teilen bekannt und sollte bei Fans der Serie schon Erinnerungen wecken. Im Verlauf dieser Mission wird man von Revolver Ocelot, einem anderen alten Bekannten, auf den “Musterweg” gebracht, auf die “schöne” Variante eine Mission zu beenden. Zuerst spähen wir den Stützpunkt von einem guten Beobachtungsposten aus und markieren alle Wachen, die sich im Lager herumbewegen und schleichen dann möglichst leise an diesen vorbei um uns zuerst die Datei mit Millers Aufenthalt und schließlich Miller selbst zu sichern. Die Missionsbeschreibung beenden wir an dieser Stelle, um nicht zu viel zu spoilern :).

Weiteres Vorgehen

Hat man erstmal den Stress vom Anfang verdaut, sieht der Alltag so aus, dass man von einem Helikopter (Luftkommandozentrale) Haupt- oder Nebenmissionen auswählt. Zu jeder Mission gibt es in der Regel mehrere Landeplätze, die verschieden gute Ansätze ermöglichen, eine Mission zu spielen. Mit jeder Mission fällt es leichter, zu schleichen und Geheimwege zu finden, die zuvor gar nicht aufgefallen sind. Die Story kann man nach Belieben unter den Hauptmissionen weiterspielen. In den Nebenmissionen sammelt man GMP (Geld) und Soldaten für seine Basis.

Des Menschen bester Freund

Obwohl Snake für gewöhnlich allein arbeitet, stellt euch Phantom Pain verschiedene Begleiter zur Seite, die verschiedene Aufgaben für euch übernehmen und euch auf vielfältige Weise unterstützen sollen. Der vorerst einzige Begleiter war D-Horse, ein Pferd, mit dem man in der frei begehbaren Spielwelt schneller vorankommt. Den Begleitern kann man Befehle geben, um sie so zu steuern, wie es die Mission erfordert.

Jeder Begleiter hat einen Sympathie-Wert, der die Beziehung widerspiegelt, die er zu euch hat. Füllt ihr diesen Balken, indem ihr den entsprechenden Begleiter mit auf Missionen nehmt, könnt ihr mehr Befehle bzw. besseres Equipment für eure Begleiter freischalten.

Rating

Grafik (10/10)

Die Grafik von The Phantom Pain ist in unglaublich detailliert und lässt kaum Wünsche offen. Bei Regen wird die Umgebung nass und matschig, Sonnenschein und Lichter können den Spieler blenden und auch bei Übergängen von Licht in Dunkelheit oder umgekehrt, nimmt einen der Wechsel kurzzeitig die Sicht. Bei soviel Liebe zum Detail fällt es leicht, die Welt von The Phantom Pain zu lieben.

Gameplay (9/10)

Obwohl sich Phantom Pain gut und flüssig anfühlt und auch eine sehr präzise Steuerung hat, gibt es einen massiven Grund für den fehlenden Punkt. Gerade in einem Stealth Shooter ist es wichtig, in Deckung gehen zu können und auch abzuschätzen, ob man nun gesehen wird oder nicht. Hier passiert es jedoch, dass man sich in ein Gebirge legt und feindliche Soldaten dich durch den Stein hindurch entdecken.

Sound (10/10)

Die Musik in Phantom Pain kann sich sehen lassen! Kommt man in die Nähe von Feinden, gibt es erst einen Visual Indicator wenn man entdeckt bzw. bemerkt wird, aber die Soundkulisse warnt einem mit einem etwas bedrohlicheren Theme davor, dass Feinde in der Nähe sind. Zusätzlich zum Soundtrack gibt es noch ein Gimmick bezüglich der Musik: Kasetten. Aus dem Radio in gegnerischen Hauptquartieren oder einfach am Boden liegend: immer wieder können auf Missionen Kasetten mitgenommen werden, wo entweder Musik oder anderer Sound darauf gespeichert ist (wie zum Beispiel ein Soldat mit Durchfall …). Diese Kasetten können im Hintergrund abgespielt werden, oder auf den Lautsprechern des Helis, wenn dieser euch absetzt/abholt.

Story (7/10)

In Metal Gear Solid 5 The Phantom Pain wacht Snake gerade aus dem Koma auf, in das er am Ende von Ground Zeros gefallen ist … allerdings 9 Jahre später. Während des Untergangs der Mother Base hat Snake einen Arm verloren und ist auch äußerlich gezeichnet. Nach einer turbulenten Flucht geht es daran, wieder eine private Armee aufzubauen und den Übeltätern auf die Schliche zu kommen, die 9 Jahre zuvor Mother Base angegriffen haben.

Zur Story bleibt zu sagen: Meh. Der durchaus lustige Open-World Faktor des Spiels ist zwar lustig, tut der Story jedoch nicht gut, die schonmal auf der Strecke bleibt, wenn man mal wieder eben einen Schwung Sidequests reinbekommen hat. Vor allem wenn die Liste immer länger wird, kommt der Drang die Sidequests zu erledigen bevor man mit der Geschichte weiterspielt.

Zusätzlich dazu ist die Story nicht abgeschlossen, also nicht in allen Punkten. Eine bestimmte Storyline bekommt zwar eine cineastische Inszenierung, die auf einen Bosskampf hoffen lässt, wurde jedoch im Endeffekt nicht ins fertige Spiel eingebaut.

Der Letzte Kritikpunkt ist der Plot-Twist am Ende der Hauptstory. Es ist ein kleiner Teil einer Zwischensequenz der massiven Einfluss auf die Story des Games hat, jedoch führt er dazu, dass das Erlebte mehr oder minder nichtssagend wird, wir wollen an dieser Stelle auch nicht mehr verraten.

Gesamtbewertung (9/10)

Zum Schluss bleibt uns zu sagen: Das Game macht Spaß, ist aber storytechnisch seinen Vorgängern nicht gewachsen. Das neu eingeführte Open World System kann überzeugen und bietet eine Menge Möglichkeiten, seine Einsätze zu gestalten, auch Uhrzeit und Wetter wollen berücksichtigt werden, will man nicht entdeckt werden. Das Forschungssystem bietet die Möglichkeit seinen individuellen Spielstil zu entwickeln und Gegner auf vielfältige Art und Weise auszuschalten.

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