Final Fantasy XIV – A Realm Reborn (PC)

Dies ist das zweite MMORPG, das wir in unseren Tests behandeln, also bietet sich die Gelegenheit, Final Fantasy mit dem ersten Game der Liste, Aion, zu vergleichen. Final Fantasy XIV wurde übrigens wie alle Teile davor, von Square Enix entwickelt und veröffentlicht.

Was erwarten wir uns?

Final Fantasy nutzt ein Abo-Modell, um durch das Spiel an Geld zu kommen. Auf den ersten Blick wird man da argwöhnisch, da man Abo gleich mit “Bindung”, “Mindestlaufzeit”, etc. verbindet. Nun, Abo ist auch nicht ganz richtig, man muss sich Spieltage kaufen, um das Spiel spielen zu können, dabei entfällt aber jegliche Verpflichtung. Du hast Lust zu spielen? Dann kauf dir einmal 30 Tage und tu das. Du hast mal keine Lust, weil für die Schule zu tun ist? Kauf dir in dieser Zeit keine Spieltage und dein Account ist quasi “stillgelegt”.

So ein Modell sieht gut aus, allerdings nur unter einer Bedingung: ein ingame-Shop für Echtgeld, der spezielle Items bereitstellt muss entfallen, um das viel gesehene pay2win zu vermeiden, in dem sich Spieler einfach für ein paar Euro Premium-Items kaufen, um das Leveln etwas zu “beschleunigen”.

Dungeons verströmen eine bedrohliche Stimmung.Was wohl aus diesem Dunkel kommen wird?In FATEs kann man dringende Aufträge in dynamisch entstehenden Gruppen bewältigen.Jede Quest ist einzigartig in Final Fantasy.Da hat man sich schonmal eine Pause verdient!

Angezockt

Bereits am Titelbildschirm stellt sich bei uns, da wir ja schon einige Final Fantasy Offline-Titel gespielt haben, mit dem klassischen Final Fantasy Theme eine Art “Willkommen zurück!” Feeling ein. Das Spiel ist in Server und Welten eingeteilt, was wir von MMORPGs ja schon gewohnt sind.

Charaktererstellung

Hier können wir zuerst zwischen fünf verschiedenen Rassen wählen: Die katzenartigen Miqo’Te (buchstäblich katzenartig – sie besitzen Katzenohren und -schwanz), die Hyuran, die weitesgehend menschenähnlich aussehen, die Lalafell, eine etwa Kindgroße Version von Menschen, die riesigen Roegadyn und die Elb-ähnlichen Elezen.

Schon in der Charaktererstellung bekommt man das Gefühl, einen wirklich einzigartigen Charakter zu erstellen, da man mit Möglichkeiten zur Personalisierung quasi überschüttet wird. Als Negativbeispiel wäre hier Metin 2 aufzuführen, wo man zwischen 4 Stereotypen wählen kann und die einzige Anpassung am Namen stattfindet. Nachdem wir nach viel längerer Zeit als geplant mit der Charaktererstellung fertig sind, wählen wir die Startklasse und können in die Welt von Eorzea eintauchen …

Story

… dachten wir zumindest. Für das Erstellen eines Avatars wird man zu Spielbeginn erstmal mit einer langen Cutscene belohnt, die – ganz in Final Fantasy Manier – in Sachen Grafik und Qualität keine Wünsche offen lässt. Sie führt uns in die Vergangenheit von Eorzea ein. In einer gewaltigen Schlacht, treten die Heere der drei Stadtstaaten von Eorzea gegen die Garlea an. Die Stadtstaaten waren zwar verfeindet, haben sich aber im Anbetracht der Bedrohung, zu einem Bündnis zusammengeschlossen. In dieser Schlacht wurde versucht Dalamud, den Mond von Eorzea auf die Erde stürzen zu lassen. Kurz vor dessen Aufprall brach dieser jedoch auf und befreite eine der sogenannten Primae, mächtigen, gottgleichen Bestien. Unter großen Verlusten in Land und Männern, konnte dieser von einigen Kriegern wieder versiegelt werden. Da sich niemand an deren Gesichter erinnern kann, werden sie als Krieger des Lichts bezeichnet.

Jahre später, reist ein neuer Abenteurer nach Eorzea. Auf einem alten Karren wird ihm erstmal die aktuelle Situatin in Eorzea beigebracht. Die Leute leiden immer noch unter den Auswirkungen der Katastrophe, doch allmählich stellt sich wieder ein normales Leben ein. Soldaten, die nun wenig bis nichts zu tun hatten, schließen sich entweder zu Gilden zusammen oder, was weniger erfreulich ist, ziehen als Söldner durch die Gegend und neigen auch zur Plünderei.

Wir als Abenteurer können nun eine spannende Geschichte durchleben, in der wir in den Mittelpunkt von großen Bewegungen in Eorzea gestellt werden.

Wie hat es sich denn nun gespielt?

Nachdem wir es endlich schaffen, uns in der Welt von Eorzea eigenständig zu bewegen sieht es am Anfang ziemlich trocken aus. Die Quests haben ausnahmslos das Ziel “Gehe zu Person A und sprich mit ihr!”. Zwar haben diese Quests nur das Ziel, auf die Spielmechanik einzugehen und quasi spielerisch auf die “richtigen” Quests vorzubereiten, doch wird es relativ schnell langweilig. Hier ist aber anzumerken, dass sich die Entwickler wirklich Mühe im Questdesign gegeben haben.

Nach einigen virtuellen Kilometern geht es endlich vor die Stadt, um furchterregende … Stern-Murmelhörnchen zu erledigen. Das tut der Sache allerdings keinen Abbruch, immerhin will man an dieser Stelle einfach nur noch das Kampfsytem ausprobieren, immerhin wird man ja von Anfang an mit einer schicken Rüstung ausgestattet (für die Startausstattung ist sie, wenn man sich andere MMORPGs ansieht, sogar richtig gut gelungen!).

Die Kämpfe verlaufen durchwegs flüssig und sind mit tollen Animationen und Effekten ausgestattet. Das Skill-System ist ebenfalls vielversprechend, aber dazu mehr unter Gameplay.

Rating

Grafik (10/10)

Was soll man sagen? Es ist Final Fantasy! Mit der eigenen Crystal Engine schaffen sie es Eorzea so realistisch wie nur möglich aussehen zu lassen. Fast spürt man den Wüstenwind auf der Haut, doch so weit reichen die Möglichkeiten (noch) nicht. Jeder Charakter in A Realm Reborn ist einzigartig und besitzt einen Wiedererkennungswert. So wissen wir immer mit wem wir uns gerade unterhalten und können uns auch in einem recht komplexen Universum gut zurecht finden.

Beim Navigieren durch Menüs haben wir keine unsinnigen Effekte oder Überblendungen sondern elegant eingesetzte Animationen, die das Menü eher ergänzend als störend einbringen. Auch seinen Charakter betrachtet man gerne, wir haben übrigens in der gesamten Testspielzeit, kein “Ebenbild” von uns gefunden. Die Möglichkeit, den Helm auszulenden mussten wir allerdings wahrnehmen, da die Helme nicht unbedingt als gelungen zu bezeichnen sind.

Gameplay (9/10)

Dieses Spiel ist sehr komplex, darum bedarf es einer gewissen Eingewöhnungszeit. Alle paar Level kommt ein neuer Mechanismus dazu und wir versuchen mit dieser Entwicklung Schritt zu halten. Der Punktabzug kommt beim Kampf zustande. Aktiviert man einen Skill und ist gerade nicht in Reichweite, so aktiviert sich dieser nicht. Aus reiner Gewohnheit würde der Charakter zuerst zum Ziel laufen und den Skill anschießend ausführen. Das finden zumindest wir etwas unflexibel.

Nun zu den guten Teilen: das Klassensystem haben wir in dieser Eleganz noch nicht gesehen! Muss man in anderen MMORPGs für eine neue Klasse einen neuen Charakter erstellen, braucht man in Final Fantasy nur die Hauptwaffe zu wechseln. Aber nochmal auf Anfang. Ungefähr ab Level 10 kann man in den anderen Gilden die Einstiegsquest zur jeweiligen Klasse abschließen und hat von nun an die Möglichkeit diese Ausrüstung zu tragen. Um nicht immer jedes Rüstungsteil wechseln zu müssen, kann man bestehende Konfigurationen in Form von Sets speichern. Die neue Klasse kann mit Punkt und Komma neu gespielt werden, sogar Lebenspunkte bzw. Mana wird wieder nach der neuen Stufe skaliert. Rein äußerlich kann man also einen Veteran, der gerade die letzte Klasse auf Maximum bringt nicht wirklich von einem Neueinsteiger unterscheiden.

Einen wirklich erwähnenswerten Mechanismus haben wir bis jetzt außen vor gelassen: FATEs. Das sind spontane Events, die über die Map verteilt auftreten können, in die Spieler einsteigen können. Rein storytechnisch kann das alles sein: Vom Verteidigen einer Schenke gegen aufdringliche Gäste, bis zu einem richtigen kleinen Worldboss, der in großen Gruppen gejagt wird. Jeder der in das Areal des FATEs kommt, kann mitmachen und helfen dieses zu gewinnen. Anschließend gibt es je nach Engagement Belohnungen in Form von Gil (Geld) und Routine (Erfahrung). Einmal bekamen wir sogar einen kleinen Begleiter, der von diesem Moment an, Eorzea mit uns unsicher machte.

Musik (10/10)

Die Musik ist, ebenfalls für Final Fantasy typisch, einfach gelungen! Final Fantasy XIV vereint klassische Themes, wie das allen bekannte Chocobo Theme mit neuen Werken und schafft so die perfekte Atmosphäre, egal ob nun im Kampf oder einfach während dem Umherstreifen in der Hauptstadt.

Story (9/10)

Ihr seid ein Auserwählter, der gekommen ist, um die Welt zu retten. Dieses Allerwelt-Szenario ist zwar nichts neues bei Final Fantasy Spielen, jedoch funktioniert es immer wieder: Man fühlt sich wichtig und dass obwohl ziemlich jeder andere Spieler gleich “einzigartig” ist und ebenfalls die Welt rettet. In unserem Testlauf wurde uns offenbart, dass wir Eorzea vor den Primae retten, sollen. Das sind durch Fanatismus beschworene Götter, die eine große Gefahr darstellen.

Community (8/10)

In den meisten Dungeon Durchläufen lief alles so glatt, dass es keine größere Kommunikation zwischen den Partymembern gegeben hat. In den Fällen wo wir uns bewusst etwas schlimmer angestellt haben wurden wir zu etwa gleichen Teilen ermutigt, es besser zu machen als auch als Noob und co bezeichnet, darum die zwei Punkte Abzug.

Gesamtbewertung (9.4/10)

Zum Abschluss bleibt nur noch zu sagen: Wir feiern dieses Spiel und werden auch beginnen eine Gilde aufzubauen, also wenn ihr Lust und Laune habt, könnt ihr uns gern bei diesem Vorhaben unterstützen. Der Nachgeschmack ist immer noch positiv und wir können es kaum erwarten, wieder in die Welt von Final Fantasy XIV einzusteigen.

 

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